Aufgequwollenster Fuß der Welt

Schon mal einen Todeszerstochenen Fuß gesehen? Ne? Dann ist jetzt euer Glückstag.
Bittesehr!

Liebsten Fuß,
Mary


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Eine meiner grössten Interessen besteht seit einiger Zeit darin, mir Streetart (also zu deutsch Straßenkunst) genauer anzusehen und mich damit zu beschäftigen. In dieser Ausdrucksform der Künstler findet man meistens viel Kritik am System, einen Wunsch die Augen der Menschen zu öffnen oder oft auch einfach nur den Willen schlichte Orte zu verschönern. Immer öfter vereinen sich auch die Intentionen und es gelingt ein ebenso schönes, Aufmerksamkeit erweckendes wie kritisierendes Werk, wovon es meiner Meinung nach immer weniger gibt. In diesem Blog werde ich also der Straßenkunst die ich hier in Paraguay, leider relativ begrenzt also hauptsächlich in Asuncion und meinem Wohnort Lambaré, finde und noch finden werde einen mehr oder minder kleinen Teil widmen. Ich hoffe es gefällt euch, denn Streetart ist grossartig!

Dazu gibt es auch hier direkt die ersten kleinen Fotografien









Ich bin sehr froh hier auf diese art of the art zu stoßen. Oft komme ich mir sehr verloren vor, ohne meine ganzen alternativen Kreise. Greenpeace hier, Volksküche dort. Gibt es hier nur sehr wenig und eben das muss man finden. Ecken und Kanten, Geschichten und Wille. Natürlich hat jeder Mensch seinen eigenen (und nicht immer kompatiblen) Charakter, aber wirklich Positionen beziehen und kritisieren tun hier wenige. Dazu muss ich aber auch ganz klar sagen, dass ich mich nicht in der Position sehe zu kritisieren oder meine politische Meinung zu verfechten. Ich bin Gast in diesem Land und meine erste Aufgabe ist immer noch das beobachten und lernen.
Dieses Land, diese Kultur schockt mich jeden Tag, immer gibt es einen Moment in dem ich wach bin der mich ausbrechen lässt aus meinem Alltag. Manchmal denke ich: Nö, heute nicht, heute kann garnichts passieren was mich mit dem Kiefer heruntergelappt da stehen lässt!". Dann bleibe ich zu Hause, schlafe ein bisschen bin faul und bin froh das ich ein bisschen ruhe vom Lärm habe. Dann fängt es an zu regnen und ich habe das Wasser knöcheltief in meinem Zimmer stehen.

So viel zur ruhe.

Geniesst die eure, wenn ihr sie denn habt und einen frohen Restsonntag noch. So ist es zumindest in meiner Zeitzone :)

Mary

Markteinkauf mit Folgen

Der dramatische Titel lässt drauf schliessen, ich war auf dem Markt. Mal wieder. Und um genauer zu sein, war ich auf dem Mercado Quatro, dem berüchtigsten Markt Paraguays. Der Auftrag der mich zu diesem Ort führte war simpel - Einkaufen. Was kann Frau denn normalerweise besser, als eben genau diese Tätigkeit? Da ich nun auch nicht das erste mal da war, dachte ich mir, kein Problem, macht man mit links.
Nur ist der Mercado Quatro auch nicht irgend ein kleiner Markt. Ich würde behaupten es ist ein ganzes Barrio, also ein Stadtteil Asuncions, in dem man alles finden kann. Von Waffenhandel, über alle jemals erhätlichen Drogen zu Markenfälschungen aller Art. Ich persönlich könnte mir sogar vorstellen das wenn man  Menschenhandel irgendwo finden kann in Paraguay, dann dort. Aber das ist eine Wage Vermutung und eigentlich überzogener Blödsinn.
So ist es, der Mercado. Eine Welt für sich, voller Möglichkeiten und zu entdeckenden Dingen, voll von Menschen, Katzenbabys und fast immer auch mit stinkenden Fischen.

Der Einkaufszettel,
sind ja nur ein paar Kilo Gemüse.
Dies, und das und vor allem Gemüse sollte ich kaufen. Ein Kilo Tomaten, zwei Kilo Zwiebeln, Spinat alles mögliche. Und achten, hautpsächlich auf mich selbst natürlich, aber auch besonders auf Wertgegenstände. Das Handy? In den BH, das Geld? Ebenso, oder eben in den Hosenbund. Perso? Garnicht erst mitnehmen. Tasche? Nach vorne, vor den Bauch, die Hand drauf. aber ich bin ohne hin, ich wusste ja das ich mit genug Taschen nach Hause komme Haare? Am besten zusammenbinden, ich sehe sowieso schon viel zu wenig nach Paraguaya aus, da muss ich nicht auch noch so Aufmerksamkeit wecken.
Mit dem Bus im Chaos angekommen muss man sich auch immer erstmal orientieren. Erstmal den Weg finden, an den unschlagbaren Angeboten vorbei. Jeans für umgerechnet 7 Euro, Kleidung und Gürtel aller art in verführerischer Zugänglichkeit. Jeder Schritt ein neuer Preis, ein neues Produkt. Reizüberflutung vom feinsten. Zum Gemüse geht es in die Halle, voll von kartoffeln, Tomaten, Kohl. Ein interessanter Fakt dabei ist, das es der erste Markt ist auf dem ich in meinem Leben kaufe, auf dem nicht gehandelt wird. Garnicht, kein bisschen. Die Menschen fügen sich dem Preis, Markschreier gibt es auch nicht. Es ist - im Gegenteil zu jedem anderen Anlass - ausgesprochen ruhig.
Leicht überfordert und vor allem immer noch beunruhigt über die Stille begebe ich mich auf die Suche nach dem günstigsten Tomaten Angebot. Das Kilo für 30ct war für mich das beste Geschaeft, gekauft. Karotten das Kilo für 50 und Kohl das Kilo für 70ct, gekauft. Spinat? Ein Strauß für einen Euro, Lauchzwiebeln? 5 Stangen á drei Zwiebeln 1,20€, Normale Zwiebeln in etwa das gleiche.
Mich erstaunt einfach immer noch wie günstig Lebensmittel sind, in was für einer Fülle und in welcher Qualität es sie gibt. Vergleichen kann man das überhaupt nicht mit Deutschland, soll man aber auch nicht.
Kürbis, Knoblauch und den Rest in den Beutel, ab durch das sich ausweitende Chaos zum Bus.
Ein Glück hatte ich Ina dabei, ein wunderbares Mädchen das es auch mit AFS nach Paraguay verschlagen hat. Alleine hätte ich diese Gemüsemängen nicht schleppen können.

"Es gibt da eine Dachterasse, die musst Du sehen!" Sagte Ina zuvor und ich war mir sicher das ich das müsse. Dachterassen sind immer etwas besonderes und da sie mir auch von anderen interessanten dingen erzählte war ich wirklich gespannt auf den Ort. Es ist eine Kunstgallerie mit Café/Bar und Dachterasse, mit entspannter Stimmung und lieben Menschen. "Kann man da auf Klo gehen?" "Ja!" "Gebongt".








Inas Füße und die wohl schönste Katze der Welt. 


Ein traumhafter Ort.
Menschen kennengelernt.
Eventuelle Alhambra entsprechung in Asuncion gefunden.
Glücklich!

Das war die Folge.
Folgen müssen ja nicht immer schlimm sein ;) 

Liebsten Gruß!
Mary

Endlich gut!

Es ist Zeit, sich mal wieder wenigstens kurz zurueck zu melden. Es ist unglaublich viel passiert. Ich bin nun seit vier Wochen in einer neuen Familie. Diese lebt mit mir in Lambaré, einem Vorort von Asuncion. Ich habe das perfekte plaetzchen erhalten. Ein Schwesterlein das auf One Direction abfaehrt inclusive. Ab jetzt werde ich mir wieder mehr Zeit für diesen Blog nehmen. Ich brauchte nur ein wenig Zeit um das alles fuer mich auf die reihe zu kriegen.
Aber hier als Entschaedigung einige Bilder von der wunderschoenen umgebung :)
Liebste Gruesse!
Mary







Lambaré - Da geht doch was!

Seit meinem letzten Eintrag ist viel Zeit verstrichen. Es ist aber auch sehr viel passiert, was ich niemandem vorenthalten will.

Ich war drei Tage lang bei Paula in Asuncion und habe mich während dessen ein bisschen in die Stadt verliebt. Die ganze Zeit während wir in den Collectivos (bussen) saßen war mir irgendwie traurig zu mute, weil ich wusste das meine Zeit in der Stadt nur begrenzt ist. Ich hatte fänomenale 3 Tage und als wir am Mittwoch wieder zurückfuhren war ich traurig und ein bissen wütend. Ich war mir sicher das ich niemals in eine neue richtige, definitive Familie umsiedeln würde.

Wir kamen also an, am Mittwoch spät abends. Ich hatte die ganze Fahrt lang geschlafen und kam noch müder in meinem zuhause an. Ab ins bett.
Ich bin am nächsten Morgen aufgewacht, ein bisschen traurig, ein bisschen wütend. Ich war mich sicher das ich an dem tag eine saftige Mail an meine Organisation in Deutschland verfassen würde, was das denn alles so verdammt lange dauert. Da wurde ich angerufen.
Gute Nachrichten.
Neue familie.
Lambaré.
Asuncion.

Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhs geht denn?

Ich konnts nicht fassen. Das war... wie ein Traum den endlich jemand erfüllt hat. Unbeschreiblich.

Am nächsten Morgen um neun gings los, mit verrueckten Alüren. Ticket erst 5 Minuten vor abreise gekauft, mit Sachen zum Bus gerannt. 10 Stunden im Bus verbracht und dann die erste Frau getroffen die mir Willkommen gesagt hat. Endlich angekommen.



Jetzt bin ich endlich hier, in einer Familie die mich jetzt schon sehr gern hat, herzliche, warme Leute.
Ich geh duschen.

Ein bisschen...

Terere, ein bisschen Teilen. Mit der lieben Paula. Bei 37 Grad Celsius im Winter ein Muss!

9 Stunden Impression


Stell dir vor du fährst mit einem Bus. Mit einem alten, quietschenden, stickigen und vor allem sau kaltem Bus. Du frierst, du ärgerst dich das du dir keine wärmeren Klamotten eingepackt hast, hast die übergroßen Socken eines belgischen, 1,95m großen, Austauschschuelers über deinen Füssen, weil du denkst das du ohne erfrierst. Die Kapuze deiner Strickjacke hast du dir über den Kopf gezogen, du hättest niemals gedacht das es so Arschkalt hier sein kann. Deine Augen fallen zu, du schläfst ein. Es ist kein Schlaf der dich ausruhen, auftanken lässt. Du wachst auf, immer wieder auf, weil andere laute aus oder einsteigen Noch 7 Stunden. Die einzige Wärmequelle ist der Belgier neben dir und der schnarcht und schläft wie ein Baby. Du schaust aus dem Fenster, zappenduster. Dein einziges Verlangen ist ein Bett, eine Dusche und frische Wäsche.Noch ca. 5 Stunden. Deine Schlafsituation hat sich immer noch nicht gebessert und du massierst dir die Beine, damit sie ein bisschen wärmer werden, überschlägst sie weil das Oberfläche spart. Verdammt, gestern waren es noch 31°C, Temperatursturz vom Feinsten. Du fängst an deine Zehen zu bewegen, weil du ein bisschen Angst hast das Sie abfrieren, irgendwo hast du schließlich mal gelesen das die Extremitäten immer als erstes Abfrieren. Du lauschst den Geräuschen des Busses, ein Mann kommt näher. Du sitzt in der nähe des Busklos, also ist die Sache offensichtlich. Er öffnet die Tür, du denkst einen Moment lang der Gestank der in deine Nase kriecht erstickt dein Hirn, du schläfst wieder ein.
Ein Baby schreit, du hast es nicht für möglich gehalten aber es fühlt sich noch kälter an als vorher. Ob er nicht noch ein anderes Paar Socken hätte, fragst Du den Belgier. Nein, habe er leider nicht. Noch 2 Einhalb Stunden, er zeiht sich sein Pyjama Oberteil unter den Hoodie. Glückspilz.
Du wachst wieder auf, als dein Kopf gegen die Busscheibe knallt, hart, kalt und ein bisschen Feucht. Kondenzwasser sammelt sich am abgefransten Gummi, dort wo das Glas aufhört. Du willst in dein Bett. Nicht in dein Bett. In Irgendein Bett. Die Beine Überschlägst du in die andere Richtung, das linke Bein über das rechte, du hauchst in deine Hände, hälst es dir vors Gesicht. Noch eine Stunde.
Nun kannst Du nicht mehr richtig Pseudo-schlafen, weil du Angst hast, das der Busfahrer an deinem Dorf einfach vorbeifährt. Du döst, guckst alle paar sekunden aus dem Fenster, ob du schon da bist. Die Landschaft und die Häuser ähneln deinem Dorf, es sieht alles gleich aus. Aber nein, es fehlt der Taxistand, mit den orangefarbenen, länglichen bestimmtnicht Toyotas.
Aufwachen, sagst du erst leise, dann etwas lauter auf englisch. Der Belgier rallt es sonst nicht. Du stupst ihn an, etwas kräftiger. Jetzt, Mensch, wir müssen raus! Er ist einer von der Sorte, die eine Stunde denken, bevor sie 5 Minuten etwas machen. Er packt seinen rucksack, ich packe meine Sporttasche. Wir steigen aus und laufen einen kilometer durch die abarigste Kälte. Deine Beine sind kürzer, aber du bist schneller, weil du mehr frierst. Deine Tasche ist auf einmal auch gefühlte 20 Kilo schwer. Machtjanix. Du rennst fast, da vorne ist dein Haus, du rufst einfach deine Gastmutter an, fragst sie ob sie aufmacht. Sie hat es dir gesagt, einfach anrufen. Du bist da, es klingelt. Einmal, zweimal, dann ertönt dieses Zeug, das einige hier Musik nennen. Anstatt des Tutens hörst du "Danke Gott für das Leeeeeeben, danke für einen tag meeeeeehr." Deine Laune ist am absoluten Tiefpunkt, in etwa da wo sich auch deine Füße gerade befinden.
"Ja?" "Kannst du bitte aufmachen?" "Mhhh.... niemand ist im Haus" "Wie niemand ist im haus?" "jaa, niemand ist im Haus, geh ins Hotel und warte in der Rezeption auf mich" "Hää, aber, wieso ist denn niemand im Haus?" "Warte einfach in der Rezeotion auf mich"

06:30 Montagmorgen. Ich finde heraus das meine Familie umgezogen ist.




So und jetzt zu den Witzigen Dingen! Das Wochenende war ultra gut, ich hatte einen Haufen Spass. Auch das meine Familie danach umgezogen ist war kein Drama, nur eben der Moment war scheusslich. Ich habe dann noch 3 Weitere tage auf der Couch in der neuen Wohnung geschlafen und bin dann fuer 2 tage zu meiner Betreuerin gezogen und bin nun wieder in einer anderen Familie. Ich werde vom Pech verfolgt.
Aber hier ist es vorerst Prima! Hier 2, 3 unbearbeite schnell-uploads. Ein bisschen Farbe muss der Post ja haben :P





Nö. Wir scheissen auf New York, Tokyo und London.

Siempre con tereré
Immer mit terere.

Mathe. Ich habs ja schon auf Deutsch nie kapiert.
Helft den Pflanzen! 







Ich muss jetzt ins Bett. Mein Wecker klingelt um halb 5. Wir fahren nach Asuncion, weil meine Kleine Schwester Operiert wird. Ich bin solange bei ner Freundin. Tschö!

Zwei Wochen

Angekommen in Asuncion, nach einem wirklich, wirklich kurzem aber trozdem unterhaltsamen und effektiven Wochenende. 

Das AFS Paraguay Team hat ein Camp fuer uns organisiert um unsere ersten Eindruecke zu verarbeiten und zu reflektieren. Ich selber habe den gesamten letzten Monat darauf gewartet endlich in den Bus nach Asuncion zu steigen und die anderen Austauschschueler zu sehen, ich wollte wissen wie ihre Erfahrungen sind, was sie machen und wie es Ihnen geht, aber nicht per Facebook oder Skype. Alle live vor sich zu sehen, mit ihnen wirklich zu reden und einfach die dabei entstehende Atmosphaere zu geniessen war mir besonders wichtig. Es war einfach ein Haufen Spass, aber auch unglaublich viel Arbeit die deinen Kopf zermartert hat. Ich selber habe gedacht es gaebe mehr Programmpunkte, mehr Taetigkeiten um alles aufzuarbeiten. Es gab, glaube ich, insgesamt 3 wirkliche ¨Spiele¨ mit denen wir gearbeitet haben und eine Runde in der man mit den Volunteers ueber seine privaten Probleme sprechen konnte. Und in enau der Session habe ich vesagt. Ich wollte meine Probleme mit einem Maedchen besprechen das in der Schweiz war, ich habe keinen vernuenftigen Satz rausbekommen, konnte mich nicht Artikulieren und sie hat meine Situation nicht wirklich verstanden. Ich hatte ebenfalls am Freitag ein Gespraech mit den AFS Leuten im Hauptstadtbuero, es sind 2 Wochen. Zwei Wochen in denen ich noch abwarten soll, muehe Zeigen soll mich zu integrieren. Ich gebe mir bisher die groesste muehe die man sich nur geben kann und ich moechte so sehr das es mir gut geht. In dem Sinne: Auch das AFS Buero hat meine Situation nicht verstanden.
Ich werde diese Zwei Wochen als changce nutzen, meinen Wunsch von einem anderen Ort beiseite schieben und einfach nur das machen was AFS mir sagt. Ich hoffe sehr das sich dadurch eine Loesung ergibt und gluecklich werden kann.
Es gibt einfach nichts schlimmeres als das gefuehl das einem keiner Hilft und man auf sich selbst gestellt ist. Ich haette mir ein bisschen motivation gewuenscht, von meinen Volunteers, also nicht das sie motivation haben sondern das sie mich motivieren. Meine Motivationsquellen sind bald ausgeschoepft und dann wird das ganze umso haerter. 



Das Wochenende ist aber noch immer nicht vorbei. Der andere Austauschschueler und ich warten hier im AFS Hauptstadtbuero auf den bus der in knapp 4 einhalb Stunden kommen wird. Dann sind es neun stunden fahrt bis nach Hause. Neun verdammte Stunden in denen man nichts machen kann ausser schlafen und nachdenken. Schlafen ist nicht das Problem, aber das nachdenken. 



Ciao!



Tierra Roja

In Paraguay sind sehr viele Dinge ganz anders. Besonders trifft das auf die Erde zu, die hier eher rot als schwarz. Straßen sind eher nicht asphaltiert und wenn überhaupt dann sind es einfach nur Steinbrocken die aneinander gelegt werden. Vollkommen egal. Biiiiiilderflut!



Weg ins Nichts? 














So sehen alle ungepflasterten Strassen aus wenn es nicht regnet.
Wenn es dann regnet ist alles Matsch. 




Okey, eine Bilderflut war das jetzt nicht gerade, aber zumindest eine kleine Impression. Hoffentlich kommt bald mehr, ich werde Faul.

Bis Bald! :)

Beim Arzt

Es kam wie es kommen musste - ich war beim Arzt.
Meine Bauchschmerzen haben mich einfach in den Wahnsinn getrieben und ich kam nicht drum herum mit meiner Betreuerin zu sprechen, damit sie mit mir hingeht. Sie sagte mir "Morgen was eigentlich gestern war, also sagte sie es mir Vorgestern, verstanden? :D bist du um neun Uhr in meinem Büro, dann gehen wir zusammen zum Arzt" Gesagt, getan.

Dann bekam ich an dem Tag um ca. 8 Uhr einen Anruf - Sie ist verhindert. Ihr Neffe läge im Krankenhaus und es ginge ihm gar nicht gut. Sie sei auch nicht in der Stadt.
Wunderbar. Alleine zum einem Arzt der nicht mal ansatzweise Englisch versteht, wie erkläre ich jetzt meine Schmerzen? Verdammt!
Ich also in die Privatklinik vom Ort, zusammen mit dem Mitarbeiter meiner Betreuerin (Sie führt ein Büro für irgendwas mit Buchhaltung...?) er erklärt der Krankenschwester fix wer ich bin, woher ich komme und ein dickes Lächeln geht über sein Gesicht als er sagt ich sei Deutsche. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich hatte das Gefühl das er Stolz war, mich zum Arzt begleitet zu haben.

So siehts aus, wenn ich aus meinem Fenster schau.
Ein Papierchen ausgefüllt, Blutdruck gemessen und in den Wartesaal gesetzt.
Auf einmal höre ich seltsame, vertraute Klangmuster. Irgendwie verstehe ich auch einzelne Wörter, da drehe ich mich zur Seite um und sehe 4 "Sowas wie Deutsche", sie sprechen "Sowas ähnliches wie Deutsch" sehen "so ein bisschen wie Europäer" aus und kleiden sich auch in etwa so. Ich war mir ziemlich sicher das es Menschen aus der nicht allzu weit entfernten deutschen Kolonie waren. Es ist schon ein bisschen beängstigend in einem Wartesaal mit 30 Anderen Menschen zu sitzen und vor einem 4 "sowas wie Deutsche" sitzen zu sehen. Die Sprache gleicht irgendwie nur entfernt dem jetzigen Sprachbild. Es gibt irgendwie keine grammatikalischen Zusammenhänge, die Wörter werden durch die Gegend geschleudert wie die Teetassen des Hasen in Alice's Wunderland. Es ist mehr oder minder Verständlich aber für mich war das irgendwie eher Beängstigend als das ich mich dafür interessiert hätte.

Endlich, mein Name. Rein ins Zimmer. 
Mich erwartet ein stämmiger, am Scheitel schon leicht kahler, großer, ende 40 Jahre alter Mann mit weisem Kittel. Der Raum ist ohne Fenster und die 1001 Zertifikate an der Wand sollen mir bestätigen das er Studiert hat und das er anscheinend mal irgendwo assistiert hat und mit Sicherheit auch Gynäkologe ist. Vorsichtig setze ich mich auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch. Der Tisch hat als obere Schicht eine Glasplatte unter die allerlei Zettel gelegt wurden, es werden Vaginalsalben angepriesen, aber auch Kopfschmerztabletten und Pysiotherapeutische Hauseigene Behandlungen. Für   mich ist das ziemlich suspekt.

Die erste Etappe zum weg in den Ort

Ein grinsen, ein Nicken, was darfs sein?
Ich sei also Deutsche, Bonn? München? Berlin? Aus der Nähe von Hamburg, was rein theoretisch gesehen eine Lüge ist. Er fragt mich nicht was ich habe, er sagt nur dass seine 14 jährige Tochter gerne meine neue Freundin wäre und das ich doch mal zum Grillen vorbeikommen solle und ob ich denn Französisch sprechen könne. Ja, ein wenig, aber seit dem ich hier bin ist das bisschen eigentlich verschwunden. Er gibt mir sein Telefon, auf der anderen Seite eine Frau die schnell und wirr französisch spricht. Ich antworte mit "Je ne parle pas bien no intiendo nada, permisso." Ich reiche ihm das Telefon, er guckt leicht amüsiert, legt auf und fragt mich nach gut 20 Minuten des nichtstuns (man erinnert sich, ein Doktor und 30 Leute im Wartesaal) weswegen ich denn eigentlich hier sei. Mein Bauch. Er schmerzt, ich kann nicht schlafen, es ist scheusslich.

Auf die Liege gelegt.
Er tastet mich ab, so wie ein Kind eine Sandburg baut. Ich weiß nicht genau wo er da drückt, und wieso klopft er mit seiner flachen Hand auf meinen Bauch? Ich sage einfach nichts. Abgehört werde ich dann auch noch fix und dann gehts wieder zum Stuhl. Ob ich noch irgendwelche anderen Erkrankungen hätte? Ja, Asthma. Ja, ich schreibe dir dann dies auf, das nimmst du einmal in der Woche, und dann das das nimmst du alle 12 Stunden und dann am besten nochmal Buscopan, alle 6 Stunden. Moin.
Achso. 
Ich möchte gehen, schliesslich beginnt meine Schule in einer halben Stunde. Ich stehe auf, das Rezept in der Hand, sage tschüss und wende mich zum gehen als ich aufgehalten werde. Hier, bitte. Er gibt mir einen Zettel der eigentlich für Rezepte gedacht ist. Mit seiner Telefonnummer, seiner Adresse, seinem E-Mail Kontakt und der selben Botschaft wie vorhin, seine Tochter würde ja so gern...

Kontrolle ist dann nächste Woche Freitag.

Seht ihr das da gaaaaaaaanz hinten? Das ist dann ungefähr die Hälfte meines täglichen Weges.
Immer diese Strasse entlang.

Black Friday in Encarnation


Hola! :)

Seit Wochen schon wurde er angepriesen, der Black Friday in Encarnation. Wobei Black Friday eine Aktion von allen Läden und Shops in der Stadt Encarnation ist, 30% manchmal sogar 40% Rabatt auf jeden Artikel den man finden kann und so ist es natürlich quasi ein Muss einmal vorbei zu schauen. Für mich persönlich war es wichtig, weil ich ein Handy kaufen wollte, da mein eigenes hier nicht funktioniert. Eingeladen wurde ich von der Familie eines anderen Austauschschülers, da meine eigene wohl kaum die Idee hatte hin zu fahren. Ich habe Encarnation bisher nicht besuchen können und habe natürlich sofort zugesagt.

Encarnation ist laut meinen Mitschülern und Bekannten, die auch in Paraguay waren, die schönste Stadt des Landes. Man fährt von einem Ort aus ca. eine gute Stunde mit dem Auto über eine art Highway vorbei an kleineren Ortschaften und einer Deutschen Kolonie. Wir sind am Abend gefahren und da es hier schon gegen 17:30 Stockdunkel ist habe ich leider nix von der Landschaft sehen können, was sich nachher aber noch ausgleichen lies :)
Angekommen sah man Menschenmassen sich durch die Strassen quetschen und Autos im Schritttempo fahren, verrückte Geschichte. Ein Tag an dem alles reduziert ist und man hat das Gefühl aus ganz Argentinien und Paraguay sind die Leute zum Shoppen hergekommen. Encarnation ist mehr oder weniger Grenzstadt zu Argentinien. Dies nutzen die Argentinier natürlich auch fleissig!

Nachdem wir dann durch die Strassen flanniert sind und uns das ein oder andere Handy-Tarif Angebot geholt haben ging es zurück zum Auto und dann an einen der wohl schönsten Orte der Welt, die Costanera de Encarnation. Man sieht über das Wasser (Río Parana) direkt auf der anderen Seite kann man die Argentinische Stadt Posadas sehen und zu der Tageszeit zu der wir da waren die unglaubliche Skyline bei Nacht. Es ist mit Abstand einer der schönsten Orte die ich jeh gesehen habe und ich werde auf jeden fall dort hin zurückkehren, am besten am Tag und in der Nacht da wir nicht allzu viel Zeit hatten um uns dort richtig Umzusehen.
Danach stiegen wir wieder ins Auto und fuhren zu einem Restaurant das von aussen verdammt nobel, von innen aber nur halb so nobel aussah wie es eigentlich war. Wir haben verdammt lecker gegessen und die Familie von dem anderen Austauschschüler hat einfach alles für mich bezahlt. Ich bin überwältigt wie herzlich, nett und ambitioniert die sind das es Lenny (der Austauschschüler) UND mir gut geht. Ganz anders als meine Familie.


Hier bei der Dämmerung, das Bild ist nicht von mir
aber es zeigt schon ein wenig die Magie des Ortes. 




Da sieht man die Skyline von Posadas, Argentinien von ziemlich
genau dem Punkt aus an dem wir auch waren.
Wenn die Hochhäuser Licht haben
und alles Dunkel ist ist es mindestens genau
so schön.
von hier




Ich hoffe ihr erkennt die Schönheit der Costanera :)

Bis bald!

Luxus in anderer Relation

Wir sind es gewöhnt. Ein sattes Frühstück, eine dauerhafte Internetverbindung, ein klick vom nächsten Treffen mit einer Freundin entfernt, Bus/U-Bahn/S-Bahnfahren, Sauberkeit und pure Hygiene, Gemüse, liebe von unseren Eltern und besten Freunden und vor allem eine besondere Art von Sicherheit. 

Als Luxus erkennt man dieses leider erst, wenn man sich von einigem abstinent fühlt oder darum kämpfen muss. 
Mir selber gefällt der Gedanke eines anderen Lebens sehr, ich bin nicht sehr anspruchsvoll, aber zu wissen das der Sicherheitsgrad den dir deine Familie und Freunde geben hier in Paraguay einer komplett anderen Mentalität entspricht ist mir erst in den letzten Tagen bewusst geworden. Ich muss mir das hier noch zurechtwursteln.
Im Moment geht es mir etwas besser, weil ich mir eine Strategie angeeignet habe. Ich betrachte die momentane Situation als ein Experiment, die Menschen bei denen ich Lebe sind Teil eines großen Versuchs und daher für mich und meine Gefühlswelt nicht weiter relevant. Wenn ich dieses ganze Neben einander her Leben an mich ranlassen würde, wäre ich vermutlich schneller ein Emotionales Wrack als ich mir Vorstellen könnte. In einer Familie zu Leben die keine ist, sich an Menschen gewöhnen die nichts von einem wollen und einen Haushalt kennen zu lernen der nichts für einen Übrig hat, wie lange halte ich das durch, welche Beobachtungen mache ich? Das ist der Titel, oder zumindest das was ich mir darunter Vorstelle. Wenn ich das ganze nicht nüchtern wie ein Wissenschaftler, wie ein wirklicher Forscher betrachte gehe ich daran kaputt. Kann man das nachvollziehen?


Ich gönne mir jetzt noch ein bisschen Luxus. Wir haben Möhren im Kühlschrank! Gemüse ist rar. 




von hier
für jeden Tag ein Stück!
xD


Mein Soundtrack für heute Abend/Nacht, beruhigt total








Bis dann!

Wochenresumé 1.


Ich weiß das es nicht gerade schlau ist, sein Auslandsjahr in zwsichenresumés einzuteilen, aber anders geht es gerade nicht. Die ersten vier Tage waren die Hölle, ich habe echt viel geweint (so viel ehrlichkeit muss sein) und mich enorm unwohl gefühlt. Interessanter weise sind hier einige Dinge mit meinem Körper passiert die ich näher erläutern will (andere will ich lieber nicht erläutern...)

1. Träume

Ich träume seit dem ich hier bin unglaublich intensiv und behalte alles im Sinn was in der nacht in meinem Gehirn produziert wird. Es ist unglaublich, ich schreibe auch alles fleissig auf, damit ich es im nachhinein nicht doch noch vergesse. Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie so lebendige und verrückte (gleichzeitig auch erschreckend reale) Träume. Ich glaube mein Gehirn arbeitet pausenlos und ohne punkt und komma, die neuen Eindrücke sind einfach immens und der Verarbeitungsprozess muss auf die schlafenszeit verlegt werden weil am Tage nur neues Zeug dazukommt.

2. Essen

Mein Magen ist ein einziges Chaos. Mit bekommt das paraguao Essen echt nicht so gut wie ich gedacht habe. Viel zu viel fleisch, viel zu wenig Salat und Gemüse und das meiste Zeug ist frittiert oder mit unmengen von Käse gefüllt.  Unglaublich! Ich bin das aus Deutschland nicht gewohnt und werde weiter fleissig probieren aber daraus ergibt sich eine Konsequenz:

3. Gewicht

Ich nehme zu. Wirklich, es ist kein Scherz die 20 Kilo die mir prophezeit wurden kann ich mir jetzt locker vorstellen, das Essen macht mich unbeweglich und träge. Irgendwie habe ich auch überhaupt keine lust mich zu bewegen, nicht weil es heiss ist (es ist Deutsches endfrühjareswetter) sondern einfach weil ich noch fauler geworden bin. Liegt aber wahrscheinlich nur an meiner mangelden selbstdisziplin... 



4. Haut und Haare 

Glaubt jah nicht das euch der der deutsche Luxus bis nach lateinamerika verfolgt!
Luxus ist relativ, aber wenn man in deutschland nur feinstes Dove noutri mousse bla bla bla Duschgel an seine haut lässt wird das hier eine Umstellung, entweder ihr nehmt hohe Preise in kauf oder wascht euch mit seife. Normale kernseife oder eben die ganz besondere für Hände und Gesicht. Das ist auf dauer glaube ich echt eine umstellung für die Haut aber das geringste übel.
Meine Haare geniessen zwar NOCH shampoo aber das Wasser ist glaube ich sehr hart und deswegen wird meine Kopfbedeckung strohig. Was solls, liegt vielleicht auch nur an der Region.


Ansonsten läuft es im allgemeinen eher so semigut. Internet ist wie wahrscheinlich schon festgestellt, magelware und selten zu haben. Telefon und gescheites TV auch, daher ist der Unterhaltungswert abseits von mitgebrachten Zeitschriften und Büchern (ACHTUNG! Beides ist schnell zerlesen!) gering. Immer wiederkehrende Tanz/Talentshows mit mehr oder weniger nackten Frauen als Hauptfokus sind das einzig wirklich beständig(nervig)e.

Aber eigentlich sollte ich mich nicht über die unwichtigen Dinge beklagen. Es gibt anderes was wichtiger ist und dazu gehört mit totaler sicherheit die Familie in der ich lebe. Ich fühle mich hier immer noch äußerst verschluckt und kann wenig unternehmen ausser das Gespräch zu suchen. Alleine jedoch traue ich mich nicht wirklich und muss es auf sanfte und behutsame weise angehen. Diese Familie glänzt durch desinteresse und kälte, so empfinde ich es jedenfalls und das macht mir den aufenthalt im 12.000 km entfernten Paraguay nicht leicht. Niemand hat gesagt das es leicht wird, aber keiner hat gesagt das es so verdammt unangenehm sein kann. Hier ein kleiner Auszug aus meinem Videotagebuch, ich hoffe sehr das ihr euch ein bisschen hineinfühlen könnt, ach und entschuldigt Rechtschreibfehler aller Art, die Tastatur ist bescheuert anders, ich muss mich dran gewöhnen und ich habe wenig Zeit, weil man nie weiß wann das liebe Internet aufhört seinen Dienst zu tun.  


Ich lege mich jetzt schlafen denn hier ist es immer hin 6 Stunden zurück in der Zeit.
Buenas Noches!

Erste Familien/Freundeansammlung!

Hola!

Momentan befinde ich mich auf der Geburtstagfeier meines Gastonkels und eigentlich ist mir viel mehr nach weinen zumute als nach feiern oder essen oder nachher tanzen. Es ist schwer nicht zu vergleichen,die Menschen zu hause,die Gewohnheiten, das Fernsehen einfach alles.Naja,dazu muss ich jetzt auch sagen das ich en mi casa weder internet noch viel TV vorzuweisen habe.Ein sender auf dem nur komische mexicanische Telenovelas laufen oder irgendwelche Tanzshows mit nackten weibern. Meine Familie spricht sehr viel Guarani und daher verstehe ich oft garnichts und stehe einfach im Weg rum und fuehle mich irgendwie verschluckt.
Ansonsten sitmeine Familieeigentlichsehr nett. Aber das wars eben auch schon,nicht das ich hier n dicken Anspruch auf luxus stelle, quark.Ich fuehlemich bisher einfach nur arg isoliert und willdas das aufhoert.Schule abwarten und dann weiter jammern.

Mein gastonkel hat gerade eine halbe Kuhaus demKuehlschrank geholt. Die kommt jetzt auf den Grill.

Vamos a comer! :)

Abschiedsparty Marathon

Es ist Sonntag und meine Nerven liegen blank. Mein Kopf rennt von einem Gedanken zum nächsten, während meine Füße mich zu verschiedensten Feten tragen. "Marianna, komm doch noch mal vorbei!" , "Wir MÜSSEN uns nochmal sehen bevor du Fliegst" , "Wann fliegst du nochmal genau, am 24? Neee, stimmt ja, am 19. Hast du denn auch schon alles gepackt? Lass uns doch nochmal treffen". Es nimmt kein Ende und dafür bin ich dankbar, das all diese lieben Menschen mir auf wiedersehen sagen möchten, mir alles Gute wünschen und mir X mal sagen ich solle doch bitte heil wiederkommen. So kommt es auch das dieses Wochenende mit drei Tagen auch drei verschiedene Feiern für mich parat hatte.

Freitag: Mein liebster Freund Onno (gemein das ich ihn verlinke, was?) lud zu seiner Geburtstagsfeier an den wunderschönen Werdersee in Bremen ein. Der Abend lies sich perfekt mit einem Einkaufsschwall kombinieren. Also konnte ich guter Dinge zusagen. Essenzielle Sachen wie Leinenhosen und Tops kaufen sich leider nicht von alleine, daher war es irgendwie einfach nur notwendig. Gastgeschenke ebenfalls, obwohl ich dadurch, dass ich immer noch keine Gastfamilie habe auch eben kein Plan habe was ich schenken soll.
Die Party war nüchtern betrachtet -und das kann ich wirklich sagen, den alkoholgenuss in der nähe eines Sees habe ich den anderen überlassen- nett. Um ca. 3 uhr war ich im bett und um 10 schon wieder am Bremer HBF zur rückfahrt nach OL.

Samstag: Gracy's Bash in Varel. Mit vielen guten Freunden und verdammt gutem Wetter, nichts geht über Sonnne & Reggae (Das Wort reggae ist prädestiniert dafür das es falsch geschrieben wird. Reggea, raggee, reggi  :D usw.). Das war mein persönlicher Abschied mit guter Livemusik. So wie es sein soll :D


von DeviantArt

Sonntag: (heute): Ausgedehnter Schlaf war nicht möglich, da um 11 Uhr die Verwandschaft zu einem 70. Geburtstag rief. Um 8 uhr aufstehen ist beim schlafengehen um 4 uhr Nachsts semioptimal. Also um halb 10 in den Zug nach Hause und ab zum Geburstag. Dann habe ich ungefähr jedem Erzählt was ich das nächste Jahr über tun werde (oder glaube tun zu werden). Macht Spaß, also mir zumindest. Ich könnte den ganzen Tag darüber reden.


Ich möchte nun ins Beeeeeeeett.  Endlich schlafen, das war einfach ein stressiges Wochenende und es war auch das letzte hier in Deutschland. Für die nächsten 11 Monate zumindest.

4 Tage noch.

Ciao!


Noch 7 tage!

Jeden tag rück die Abreise näher und die Vorstellung dort zu sein ferner. Es ist nicht Real, es kann nicht Wahr sein das mein Glück bald auf der anderen Seite der Erde bestimmt wird. Ich stelle mir vor, wie es sein wird in das Flugzeug zu steigen das mich nach München zu den Anderen Hopee's bringt (Jugendliche die noch darauf Hoffen ins Ausland zu gehen). Dann steigen wir in dieses andere Flugzeug, das uns nach Sao Palo bringt, wo wir dann schon nicht mehr ganz so Hopee sein werden wie ca. 7 Stunden vorher. Von dort aus, nach 10 langen Stunden des wartens in ein Flugzeug das uns nach Asuncion bringt und dann, dann sind wir da. Im Land das uns so lange vorschwebt, als ungreifbare Blase. Das Gefühl stelle ich mir entmächtigend vor, wie ein kleiner Mensch vor dem Empire State Building. Man ist überwältigt und unfähig sich zu trauen einen Gedanken zu wagen. Alles wird neu sein, unbekannt und oft auch suspekt. Anderes wird wahrscheinlich auch bekannt und vertraut sein. Diese Mischung aus extremen wird es mir nicht leicht machen mich zu konzentrieren. Auf das Arrival Camp zum Beispiel.

Die Hopees - oder dann schon Away'is (kann man das so schreiben?)- bekommen von AFS die Möglichkeit eines Wochenend Camps auf dem sie sich erstmal von der langen Reise erholen können um neue Kräfte zu sammeln. Ein bisschen frisch aussehen vor den Gasteltern schadet nicht. Sich sammeln zu können wird wahrscheinlich auch nicht so verkehrt sein. Einfach die Reise noch einmal Revue passieren lassen, sich klar werden mit wie viel Arbeit man hier angelangt ist und was einen alles erwartet. Außerdem bekommt man einen Spanisch Crash Krus und lernt alle anderen AFS'er kennen die nach Paraguay gehen.
Auf die Menschen die ich kennen lernen werde freue ich mich am meisten, kontakte und daraus hoffentlich entstehende Freundschaften auf der ganzen Welt sind etwas einmaliges und wunderbares. Jeder sollte Teil an so etwas großartigem haben.

Meine Erwartungen werden die nächsten Tage steigen, fallen und sich verändern.

& hoffentlich bekomme ich endlich meine Gastfamile -.-








Der Track der mich den ganzen tag begleitet <3



















Hasta la proxima! 







9 Tage noch!

Ein herzliches Hola aus dem Schul/Vorbereitungs/Einkaufs und besonders Ungewissheitsexil!

Die Impfungen sind geimpft, der Reisepass ist vorhanden, die AFS Vorbereitungscamps haben stattgefunden nur eine Gastfamilie habe ich noch nicht. Ich fliege in 216 Stunden an das andere Ende der Welt und ich habe bis jetzt keine Ahnung wo ich landen werde.

Dazu ein kleines Update:

Paraguay befindet sich gerade in einer Krise die sich (wie ich denke) auf einen Haufen Missverständnisse zurückführen lässt. Am besten lässt sich das ganze auf dieser Website nachlesen, doch um es kurz zu machen kann man sagen das der Präsident aus seinem Amt geschmissen worden ist. Er wird für 17 Tote bei einer Schießerei zwischen Polizisten und Bauern/Landbesetzern verantwortlich gemacht und ist deshalb durch den Senat angeklagt worden. Es gab ein Eilverfahren welches sich auf ca. 30 Stunden beschränkt hat, in dem man Lugo absetzte. Dadurch, das Fernando Lugo aber ein rechtmäßig gewählter Volksvertreter ist, war das Verhalten der Regierung äußerst undemokratisch. Dafür droht (oder es ist schon passiert) Paraguay der Auschluss aus der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) und der Wirtschaftsgemeinschaft Lateinamerikas (MERCOSUR). Dies bedeutet eine völlige Isolation, außerdem wird Venezuela die Öllieferungen nach Paraguay verweigern und die argentinische Regierung äußerste sich kritisch gegenüber der Tatsache das der argentinische Botschafter immer noch in Asuncion sei.




Fernando Lugo
abgesetzter Präsident


Chaos. Aber mir hat man gesagt, dass politische Instabilitäten so schnell wie sie kommen, oft auch wieder verschwinden. Hoffentlich.

So. Morgen gehts zum Zahnarzt, alles durchchecken lassen.


Bis dann erstmal! :) 

Nach der ersten Vorbereitung

Nachdem ich Freitag von der Schule nach Hause kam, ging es fix für mich los. Ich konnte noch schnell etwas essen, ein bisschen Restkram einpacken und musste mich dann auch schon ins Auto schwingen. Die Fahrtzeit war voll okey, ich habe mich einfach schon total auf die Leute von der Auswahl gefreut. Die Erwartung war, ein richtig cooles nettes und entspanntes Wochenende mit ein paar info's zu verleben.

Die ersten drei Sachen stimmen auch. Es war tatsächlich enorm cool und ich hatte viel Spaß, doch irgendwie wars auch ein bisschen Psychoterror.  Nicht bewusst, aber man wird auf der Vorbereitung gezwungen über Dinge nachzudenken, über die man sich sonst nicht unbedingt Gedanken machen würde. Konkrete Beispiele werde ich jetzt nicht nennen, weil das irgendwie unfair wäre. Man muss sich darauf einstellen, dass es sehr intim werden kann, man denkt über sich, seine Familie und alles nach was damit in Verbindung kommt nach. Man hinterfragt sich selbst ein bisschen, die Spiele und Übungen sind ähnlich angesetzt wie die der Auswahl und es gibt auch immer mittendrin Energizer.


einer von viiieeelen (manchmal auch um halb
3 nachts durgeführten) energizern!


Energizer dienen dazu, wieder ein bisschen Energie & Laune zu bekommen, wenn man längere Zeit an einem Gedanken festhang dann ist sowas nötig.

Das wohl beste an dem Wochenende war der Brief an uns selber. Ein Brief den wir schreiben, an uns selbst und dann an Weihnachten zugeschickt bekommen. Meiner Meinung nach wird das richtig verrückt, ich werde sehen wie unfassbar ich mich verändert habe und wie ich mich Verhalten hab. Wir haben auch über unsere Ängste gesprochen, was wir erwarten und wie wir in verschiedenen Situationen am besten reagieren sollen. Die anderen, also die Betreuer, haben von ihrem ersten tag erzählt und wie hart der Kulturshock manchmal war. So ein Auslandsjahr hat ja nicht nur gute Erfahrungen zur folge, es kann auch sein das du einfach keinen Anschluss findest und das ist wahrscheinlich das, wovor ich selber am meisten Angst habe.

Das Essen war so lala, ich glaube das Budget für diese VB's (Vorbereitungen) ist richtig niedrig, so das man sehen muss das man damit hinkommt. Die Location war okay, zwar mitten in der Pampa, aber da ist man wenigstens nicht abgelenkt und kann sich wirklich auf das wesentliche konzentrieren.


von hier
Thinkin 'bout it. 
Ich denke zum Thema VB werde ich noch ein bisschen mehr schreiben, aber vorerst bin ich wirklich fertig und mit den Gedanken wo anders.

Bye!

Vor der ersten Vorbereitung

Ich freue mich unglaublich auf morgen! Meine erste Auslandsjahr Vorbereitung steht an und ich bin gespannt auf das was mich erwartet. Nachdem ich davon berichtete, dass ich dafür die Fete eines sehr guten Freundes sausen lassen muss war ich ehrlich gesagt eher enttäuscht als vorfreudig. Das ist aber auch nachvollziehbar, denke ich.

Jetzt aber freue ich mich sehr, umso mehr ich daran denke desto mehr freue ich mich auch. Für Diejenigen die die erste Vorbereitung schon hinter sich haben (und für mich in ca 150 Stunden auch) hört sich das bestimmt ein bisschen Lachhaft an. Aber ich weiß nicht was mich erwartet, ich denke das es wieder einige Energizer geben wird und auch auf alle Fälle Gruppenaufgaben. Hoffentlich auch ein bisschen theoretischer Input, weil so wie ich das bisher mitbekommen habe wird einem bei AFS alles relativ locker und freundlich vermittelt. Theoretischer Input klingt bei einer Vorbereitung zu einem Auslandsjahr irgendwie bescheuert, doch ich will so viel erfahren wie es geht und da es 2 allgemeine und eine länderspezifische Vorbereitung gibt wird es auch eine Menge sein, die man wissen sollte.

So, jetzt muss ich packen. Nicht für'n Abflug, aber für die Abfahrt & ganz viele nette Menschen die ich wiedersehen werde. Moha, ich freu mich!

¡hasta la próxima! bis zum nächsten mal ;)


Mehr Input bitte!
von hier

Ohne Moos nix' los

Der Spanischkurs gibt immer noch nicht viel mehr her als ein tristes "Hola!" und ein paar nette andere Begrüßungen die aber irgendwie nie ganz passen. Mich schafft der Tag total, ich liege momentan quasi apathisch auf meiner Couch rum und bewege lediglich meine zehn Finger. Um zwanzig vor sieben aus dem Haus und um zwanzig vor sieben wieder im Haus. Das ist eher semi-optimal, da die berüchtigte 'Arbeiten-Phase' wieder einsetzt in der es schon mal sein kann das man zwei oder drei Wochen hintereinander 3 Arbeiten in der Wochen schreibt. Zeit zum lernen bleibt mir momentan eher nicht so, aber trotzdem muss ich zusehen, dass ich in der Schule halbwegs gut bleibe und nebenher Geld verdiene. Momentan spare ich sogar mein Essensgeld, jeder Euro zählt. (ich leg mich nicht faul hin nur weil ich den Großteil des Geldes habe) 

Fetter Themenwechsel, aber dadurch das mich grade die Frustration wurmt komme ich nicht drum rum den Grund zu beschreiben. Am Freitag um 16:00 fängt meine erste, aller erste wirklich ernste Vorbereitung auf Paraguay an. An sich ist das eigentlich ziemlich cool und ich freue mich auch sehr darauf. ALLERDINGS ist am selben Abend also am Freitag Abend, die Geburtstagsfeier von einem meiner besten Freunde. Natürlich wäre das nicht das Problem, da   AFS die Vorbereitungen als Pflichtprogramm sieht und ich das auch absolut als pflicht sehe da zu erscheinen. Jedoch kommen auf der Fete Menschen, die ich seit ewigen Zeiten nicht gesehen hab und auch dank Paraguay ewig nicht sehen werde. Eine Freundin aus Argentinien kommt, Freunde aus Hamburg, München und Berlin. Es ist so unfair das ich nicht mitfeiern kann, schließlich kenne ich auch alle und habe auch alle sehr gern. Das frustriert mich gerade, AFS sagt nein. Berechtigt.

Man hat nicht nur viele Möglichkeiten, man muss auch irgendwo Abstriche machen. Das wird mir gerade erst wirklich bewusst. Nicht nur im Bezug auf Freunde, auch im Bezug auf Zeit und Gewohnheiten. Ich werde mich viel verändern (müssen) um alles zu peilen, mich anzuschließen. Irgendwie beginnt der Austausch schon jetzt. Der Austausch hat mit der Bewerbung bei AFS begonnen.





Man fängt bei sich selbst an!


Alles Liebe,

Mary

Spanisch 1.2

¡Hola!

Wenn man in ein komplett fremdes Land, mit einer komplett fremden Sprache geht finde ich persönlich das es das Mindeste ist wenn man sich vorstellen kann. Das zeigt den Einheimischen das man sich mit der Sprache und damit auch indirekt mit ihnen auseinander gesetzt hat. Mich freut es auch immer wenn Austauschschüler in meiner Klasse sind und sie schon ein wenig Deutsch sprechen, das zeigt mit irgendwie deren Interesse und Interesse am Anderen verbindet Menschen schließlich.
In meinem Fall ist diese Sprache Spanisch und ich spreche zur Zeit noch absolut KEIN WORT Spanisch. Deshalb besuche ich einen Spanischkurs an der Volkshochschule. Ich hatte Spanisch nie an der Schule, kenne zwar viele Leute die Spanisch sprechen aber habe selber bisher fast keine Zeit gehabt das durchzuziehen, mich hin zu setzen und die Sprache zu lernen. Mein 'Innerer Schweinehund' trägt glaube ich einen gaaanz großen Teil dazu bei ''>_<
Einmal die Woche 2 Stunden in einer Gruppe von ungefähr 15 Leuten Spanisch zu lernen ist bisher ganz angenehm. Heute war meine zweite Spanischstunde und ich habe -Oh Wunder- das Verb '"sein" gelernt. Der grammatik Kram lässt nicht lange auf sich warten. Der VHS Kurs ist aber bisher eher Semi-Toll, weil ich für meinen Teil das Gefühl habe das ich wenig lerne oder schöner formuliert unterfordert bin (schultechnisch bin ich nicht die beste, das heißt es ist komplett neu für mich unterfordert zu sein xD). Besser wenig als nie, aber wenn schon denn schon :D

Der Altersunterschied trägt meiner Meinung nach echt dazu bei, aber mann kanns der Institution ja nicht verübeln, schließlich heißt das Ganze Volkshochschule und schließt damit alle Menschen im aufnahmefähigen Alter ein. Das kann ich mit 16 Jahren, aber auch jemand anders mit 70 Jahren sein. Alle Altersgruppen sind vertreten, was auch eigentlich nicht so schlimm ist. Nur wird der Lernfortschritt den ich dringend nötig habe dadurch manchmal etwas verlängert. Vielleicht bilde ich mir das ein, aber innerhalb der Stunde langweile ich mich ein wenig, liegt mit Sicherheit aber auch daran das ich gerade erst aus der Schule komme und noch in einem Lernsystem bin das mir sehr viel abverlangt. 

Hätte ich das Geld würde ich noch versuchen mit eine private Muttersprachlerin zu 'engagieren' um das alles zu festigen. Die VHS setzt natürlich auch voraus das ich selbständig zu Hause weiterlerne (tut die normale Schule ja eigentlich auch...), bei einem Thema oder einer Sprache die mir Spaß macht ist das ja auch kein Problem, sollte sich die Grammatik verschweren (und das wird sie definitiv) kann es sein das mich das Ganze ganz schnell nervt und dann fehlt mir absolut die Disziplin das konkret und mit Paukmethoden zu lernen. VHS ist für mich gewöhnungsbedürftig, aber ich schaffe das schon. Schließlich ist es der absolute Traum noch eine Sprache fließend zu sprechen.

wie gut wird es sein
wenn ich How I Met Your Mother
auf spanisch verstehe? 

Adios!  :) 




















Valentinstag=Glückstag

Heute ist Valentinstag und ich habe das beste Geschenk bekommen, das man mir hätte machen können. Die Austauschorganisation AFS hat mir ein Stipendium gegeben und hat mich damit meinem Traum ein Jahr in Parauay zu verbringen ein Stück näher gebracht. Heute ist Tag X an dem alles beginnt real zu werden. Aus diesem Grund habe ich auch heute angefangen diesen Blog zu schreiben, um ab jetzt alles was mit meinem Austausch zutun hat hier zu Dokumentieren und anderen Austauschjahranwärtern zu zeigen.

Momentan bin ich einfach nur verdammt glücklich darüber das mir dieser Valentinstag diese unfassbare Überaschung gebracht hat. Danke.
Glücklich und enorm motiviert das Restgeld auch noch zusammenzukratzen. Das ist mein Austauschjahr und das werde auch ich bezahlen, zu dem Teil zu dem ich das schaffe. Ich möchte eigentlich nicht, das meine Eltern da so eingebunden sind, irgendwie hätte ich dann das Gefühl mich aufzudrängen und ihnen zur Last zu fallen.
Kann man das verstehen?

Anfang März ist meine erste AFS Vorbereitung, ich freue mich schon total auf das Wochenende. Nette Menschen, witzige Aktionen und hoffentlich eine menge Input zum Thema Austausch.



Es ist noch ein langer Weg bis ich die Treppen des Flugzeuges erklimmen kann das mich nach Paraguay bringt. Fassbar ist es irgendwie auch noch nicht, aber ich denke das kommt mit der Zeit.



von David Farina
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