Luxus in anderer Relation

Wir sind es gewöhnt. Ein sattes Frühstück, eine dauerhafte Internetverbindung, ein klick vom nächsten Treffen mit einer Freundin entfernt, Bus/U-Bahn/S-Bahnfahren, Sauberkeit und pure Hygiene, Gemüse, liebe von unseren Eltern und besten Freunden und vor allem eine besondere Art von Sicherheit. 

Als Luxus erkennt man dieses leider erst, wenn man sich von einigem abstinent fühlt oder darum kämpfen muss. 
Mir selber gefällt der Gedanke eines anderen Lebens sehr, ich bin nicht sehr anspruchsvoll, aber zu wissen das der Sicherheitsgrad den dir deine Familie und Freunde geben hier in Paraguay einer komplett anderen Mentalität entspricht ist mir erst in den letzten Tagen bewusst geworden. Ich muss mir das hier noch zurechtwursteln.
Im Moment geht es mir etwas besser, weil ich mir eine Strategie angeeignet habe. Ich betrachte die momentane Situation als ein Experiment, die Menschen bei denen ich Lebe sind Teil eines großen Versuchs und daher für mich und meine Gefühlswelt nicht weiter relevant. Wenn ich dieses ganze Neben einander her Leben an mich ranlassen würde, wäre ich vermutlich schneller ein Emotionales Wrack als ich mir Vorstellen könnte. In einer Familie zu Leben die keine ist, sich an Menschen gewöhnen die nichts von einem wollen und einen Haushalt kennen zu lernen der nichts für einen Übrig hat, wie lange halte ich das durch, welche Beobachtungen mache ich? Das ist der Titel, oder zumindest das was ich mir darunter Vorstelle. Wenn ich das ganze nicht nüchtern wie ein Wissenschaftler, wie ein wirklicher Forscher betrachte gehe ich daran kaputt. Kann man das nachvollziehen?


Ich gönne mir jetzt noch ein bisschen Luxus. Wir haben Möhren im Kühlschrank! Gemüse ist rar. 




von hier
für jeden Tag ein Stück!
xD


Mein Soundtrack für heute Abend/Nacht, beruhigt total








Bis dann!

Wochenresumé 1.


Ich weiß das es nicht gerade schlau ist, sein Auslandsjahr in zwsichenresumés einzuteilen, aber anders geht es gerade nicht. Die ersten vier Tage waren die Hölle, ich habe echt viel geweint (so viel ehrlichkeit muss sein) und mich enorm unwohl gefühlt. Interessanter weise sind hier einige Dinge mit meinem Körper passiert die ich näher erläutern will (andere will ich lieber nicht erläutern...)

1. Träume

Ich träume seit dem ich hier bin unglaublich intensiv und behalte alles im Sinn was in der nacht in meinem Gehirn produziert wird. Es ist unglaublich, ich schreibe auch alles fleissig auf, damit ich es im nachhinein nicht doch noch vergesse. Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie so lebendige und verrückte (gleichzeitig auch erschreckend reale) Träume. Ich glaube mein Gehirn arbeitet pausenlos und ohne punkt und komma, die neuen Eindrücke sind einfach immens und der Verarbeitungsprozess muss auf die schlafenszeit verlegt werden weil am Tage nur neues Zeug dazukommt.

2. Essen

Mein Magen ist ein einziges Chaos. Mit bekommt das paraguao Essen echt nicht so gut wie ich gedacht habe. Viel zu viel fleisch, viel zu wenig Salat und Gemüse und das meiste Zeug ist frittiert oder mit unmengen von Käse gefüllt.  Unglaublich! Ich bin das aus Deutschland nicht gewohnt und werde weiter fleissig probieren aber daraus ergibt sich eine Konsequenz:

3. Gewicht

Ich nehme zu. Wirklich, es ist kein Scherz die 20 Kilo die mir prophezeit wurden kann ich mir jetzt locker vorstellen, das Essen macht mich unbeweglich und träge. Irgendwie habe ich auch überhaupt keine lust mich zu bewegen, nicht weil es heiss ist (es ist Deutsches endfrühjareswetter) sondern einfach weil ich noch fauler geworden bin. Liegt aber wahrscheinlich nur an meiner mangelden selbstdisziplin... 



4. Haut und Haare 

Glaubt jah nicht das euch der der deutsche Luxus bis nach lateinamerika verfolgt!
Luxus ist relativ, aber wenn man in deutschland nur feinstes Dove noutri mousse bla bla bla Duschgel an seine haut lässt wird das hier eine Umstellung, entweder ihr nehmt hohe Preise in kauf oder wascht euch mit seife. Normale kernseife oder eben die ganz besondere für Hände und Gesicht. Das ist auf dauer glaube ich echt eine umstellung für die Haut aber das geringste übel.
Meine Haare geniessen zwar NOCH shampoo aber das Wasser ist glaube ich sehr hart und deswegen wird meine Kopfbedeckung strohig. Was solls, liegt vielleicht auch nur an der Region.


Ansonsten läuft es im allgemeinen eher so semigut. Internet ist wie wahrscheinlich schon festgestellt, magelware und selten zu haben. Telefon und gescheites TV auch, daher ist der Unterhaltungswert abseits von mitgebrachten Zeitschriften und Büchern (ACHTUNG! Beides ist schnell zerlesen!) gering. Immer wiederkehrende Tanz/Talentshows mit mehr oder weniger nackten Frauen als Hauptfokus sind das einzig wirklich beständig(nervig)e.

Aber eigentlich sollte ich mich nicht über die unwichtigen Dinge beklagen. Es gibt anderes was wichtiger ist und dazu gehört mit totaler sicherheit die Familie in der ich lebe. Ich fühle mich hier immer noch äußerst verschluckt und kann wenig unternehmen ausser das Gespräch zu suchen. Alleine jedoch traue ich mich nicht wirklich und muss es auf sanfte und behutsame weise angehen. Diese Familie glänzt durch desinteresse und kälte, so empfinde ich es jedenfalls und das macht mir den aufenthalt im 12.000 km entfernten Paraguay nicht leicht. Niemand hat gesagt das es leicht wird, aber keiner hat gesagt das es so verdammt unangenehm sein kann. Hier ein kleiner Auszug aus meinem Videotagebuch, ich hoffe sehr das ihr euch ein bisschen hineinfühlen könnt, ach und entschuldigt Rechtschreibfehler aller Art, die Tastatur ist bescheuert anders, ich muss mich dran gewöhnen und ich habe wenig Zeit, weil man nie weiß wann das liebe Internet aufhört seinen Dienst zu tun.  


Ich lege mich jetzt schlafen denn hier ist es immer hin 6 Stunden zurück in der Zeit.
Buenas Noches!

Erste Familien/Freundeansammlung!

Hola!

Momentan befinde ich mich auf der Geburtstagfeier meines Gastonkels und eigentlich ist mir viel mehr nach weinen zumute als nach feiern oder essen oder nachher tanzen. Es ist schwer nicht zu vergleichen,die Menschen zu hause,die Gewohnheiten, das Fernsehen einfach alles.Naja,dazu muss ich jetzt auch sagen das ich en mi casa weder internet noch viel TV vorzuweisen habe.Ein sender auf dem nur komische mexicanische Telenovelas laufen oder irgendwelche Tanzshows mit nackten weibern. Meine Familie spricht sehr viel Guarani und daher verstehe ich oft garnichts und stehe einfach im Weg rum und fuehle mich irgendwie verschluckt.
Ansonsten sitmeine Familieeigentlichsehr nett. Aber das wars eben auch schon,nicht das ich hier n dicken Anspruch auf luxus stelle, quark.Ich fuehlemich bisher einfach nur arg isoliert und willdas das aufhoert.Schule abwarten und dann weiter jammern.

Mein gastonkel hat gerade eine halbe Kuhaus demKuehlschrank geholt. Die kommt jetzt auf den Grill.

Vamos a comer! :)

Abschiedsparty Marathon

Es ist Sonntag und meine Nerven liegen blank. Mein Kopf rennt von einem Gedanken zum nächsten, während meine Füße mich zu verschiedensten Feten tragen. "Marianna, komm doch noch mal vorbei!" , "Wir MÜSSEN uns nochmal sehen bevor du Fliegst" , "Wann fliegst du nochmal genau, am 24? Neee, stimmt ja, am 19. Hast du denn auch schon alles gepackt? Lass uns doch nochmal treffen". Es nimmt kein Ende und dafür bin ich dankbar, das all diese lieben Menschen mir auf wiedersehen sagen möchten, mir alles Gute wünschen und mir X mal sagen ich solle doch bitte heil wiederkommen. So kommt es auch das dieses Wochenende mit drei Tagen auch drei verschiedene Feiern für mich parat hatte.

Freitag: Mein liebster Freund Onno (gemein das ich ihn verlinke, was?) lud zu seiner Geburtstagsfeier an den wunderschönen Werdersee in Bremen ein. Der Abend lies sich perfekt mit einem Einkaufsschwall kombinieren. Also konnte ich guter Dinge zusagen. Essenzielle Sachen wie Leinenhosen und Tops kaufen sich leider nicht von alleine, daher war es irgendwie einfach nur notwendig. Gastgeschenke ebenfalls, obwohl ich dadurch, dass ich immer noch keine Gastfamilie habe auch eben kein Plan habe was ich schenken soll.
Die Party war nüchtern betrachtet -und das kann ich wirklich sagen, den alkoholgenuss in der nähe eines Sees habe ich den anderen überlassen- nett. Um ca. 3 uhr war ich im bett und um 10 schon wieder am Bremer HBF zur rückfahrt nach OL.

Samstag: Gracy's Bash in Varel. Mit vielen guten Freunden und verdammt gutem Wetter, nichts geht über Sonnne & Reggae (Das Wort reggae ist prädestiniert dafür das es falsch geschrieben wird. Reggea, raggee, reggi  :D usw.). Das war mein persönlicher Abschied mit guter Livemusik. So wie es sein soll :D


von DeviantArt

Sonntag: (heute): Ausgedehnter Schlaf war nicht möglich, da um 11 Uhr die Verwandschaft zu einem 70. Geburtstag rief. Um 8 uhr aufstehen ist beim schlafengehen um 4 uhr Nachsts semioptimal. Also um halb 10 in den Zug nach Hause und ab zum Geburstag. Dann habe ich ungefähr jedem Erzählt was ich das nächste Jahr über tun werde (oder glaube tun zu werden). Macht Spaß, also mir zumindest. Ich könnte den ganzen Tag darüber reden.


Ich möchte nun ins Beeeeeeeett.  Endlich schlafen, das war einfach ein stressiges Wochenende und es war auch das letzte hier in Deutschland. Für die nächsten 11 Monate zumindest.

4 Tage noch.

Ciao!


Noch 7 tage!

Jeden tag rück die Abreise näher und die Vorstellung dort zu sein ferner. Es ist nicht Real, es kann nicht Wahr sein das mein Glück bald auf der anderen Seite der Erde bestimmt wird. Ich stelle mir vor, wie es sein wird in das Flugzeug zu steigen das mich nach München zu den Anderen Hopee's bringt (Jugendliche die noch darauf Hoffen ins Ausland zu gehen). Dann steigen wir in dieses andere Flugzeug, das uns nach Sao Palo bringt, wo wir dann schon nicht mehr ganz so Hopee sein werden wie ca. 7 Stunden vorher. Von dort aus, nach 10 langen Stunden des wartens in ein Flugzeug das uns nach Asuncion bringt und dann, dann sind wir da. Im Land das uns so lange vorschwebt, als ungreifbare Blase. Das Gefühl stelle ich mir entmächtigend vor, wie ein kleiner Mensch vor dem Empire State Building. Man ist überwältigt und unfähig sich zu trauen einen Gedanken zu wagen. Alles wird neu sein, unbekannt und oft auch suspekt. Anderes wird wahrscheinlich auch bekannt und vertraut sein. Diese Mischung aus extremen wird es mir nicht leicht machen mich zu konzentrieren. Auf das Arrival Camp zum Beispiel.

Die Hopees - oder dann schon Away'is (kann man das so schreiben?)- bekommen von AFS die Möglichkeit eines Wochenend Camps auf dem sie sich erstmal von der langen Reise erholen können um neue Kräfte zu sammeln. Ein bisschen frisch aussehen vor den Gasteltern schadet nicht. Sich sammeln zu können wird wahrscheinlich auch nicht so verkehrt sein. Einfach die Reise noch einmal Revue passieren lassen, sich klar werden mit wie viel Arbeit man hier angelangt ist und was einen alles erwartet. Außerdem bekommt man einen Spanisch Crash Krus und lernt alle anderen AFS'er kennen die nach Paraguay gehen.
Auf die Menschen die ich kennen lernen werde freue ich mich am meisten, kontakte und daraus hoffentlich entstehende Freundschaften auf der ganzen Welt sind etwas einmaliges und wunderbares. Jeder sollte Teil an so etwas großartigem haben.

Meine Erwartungen werden die nächsten Tage steigen, fallen und sich verändern.

& hoffentlich bekomme ich endlich meine Gastfamile -.-








Der Track der mich den ganzen tag begleitet <3



















Hasta la proxima! 







9 Tage noch!

Ein herzliches Hola aus dem Schul/Vorbereitungs/Einkaufs und besonders Ungewissheitsexil!

Die Impfungen sind geimpft, der Reisepass ist vorhanden, die AFS Vorbereitungscamps haben stattgefunden nur eine Gastfamilie habe ich noch nicht. Ich fliege in 216 Stunden an das andere Ende der Welt und ich habe bis jetzt keine Ahnung wo ich landen werde.

Dazu ein kleines Update:

Paraguay befindet sich gerade in einer Krise die sich (wie ich denke) auf einen Haufen Missverständnisse zurückführen lässt. Am besten lässt sich das ganze auf dieser Website nachlesen, doch um es kurz zu machen kann man sagen das der Präsident aus seinem Amt geschmissen worden ist. Er wird für 17 Tote bei einer Schießerei zwischen Polizisten und Bauern/Landbesetzern verantwortlich gemacht und ist deshalb durch den Senat angeklagt worden. Es gab ein Eilverfahren welches sich auf ca. 30 Stunden beschränkt hat, in dem man Lugo absetzte. Dadurch, das Fernando Lugo aber ein rechtmäßig gewählter Volksvertreter ist, war das Verhalten der Regierung äußerst undemokratisch. Dafür droht (oder es ist schon passiert) Paraguay der Auschluss aus der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) und der Wirtschaftsgemeinschaft Lateinamerikas (MERCOSUR). Dies bedeutet eine völlige Isolation, außerdem wird Venezuela die Öllieferungen nach Paraguay verweigern und die argentinische Regierung äußerste sich kritisch gegenüber der Tatsache das der argentinische Botschafter immer noch in Asuncion sei.




Fernando Lugo
abgesetzter Präsident


Chaos. Aber mir hat man gesagt, dass politische Instabilitäten so schnell wie sie kommen, oft auch wieder verschwinden. Hoffentlich.

So. Morgen gehts zum Zahnarzt, alles durchchecken lassen.


Bis dann erstmal! :) 

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